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Sonntag, 27. Januar 2013

Sinn des Lebens


Da sitzt du mal wieder, atmend, lebend, und fragst dich: „Wofür eigentlich?“. Wozu der ganze Scheiß hier überhaupt? Wofür die ganzen Schmerzen, die Enttäuschungen, die Verpflichtungen, die Quälereien, die Verzweiflung, die schlimmen Dinge, die jeden Tag auf der Welt passieren. Und warum werden jeden verdammten Tag undschuldige Kinder und Frauen vergewaltigt, Menschen ausgeraubt, überfallen, heimatlos, gequält, getötet, geschlagen, verschleppt und psychisch und physisch einfach schrecklich behandelt? Wer wollte diese Scheiße hier? Wer ist dafür verantwortlich, dass das alles passiert? Es war doch nicht Gottes Absicht, so etwas schreckliches zu schaffen. So einen Platz des Grauens. Natürlich gibt es auch die Kehrseite. Aber warum nicht nur die? Damit wir wissen, was wir an den schönen Dingen im Leben haben? Das ist zwar auch richtig, aber das muss nicht in diesem schrecklichen Maße stattfinden. Aber anstatt wie so viele andere Menschen es sich leicht zu machen und zu sagen, dass Gott schuld ist oder gar dass er nicht existiert sollte man sich lieber fragen, was wir, die Menschheit, für eine Schuld trägt. Natürlich können wir nichts für Naturkatastrophen oder andere Sachen, die wir nicht beeinflussen können. Doch was ist mit den anderen Dingen? Es ist nicht immer unsere Schuld, wenn wir jemanden verletzen. Aber auch nicht die Schuld von Gott, dem Verletzten oder sonst jemandem. Wenn wir beispielsweise die Beziehung zu unserem Partner beenden und dieser nichts schlimmes getan hat, sondern man sich einfach „entliebt“ hat, dann kann niemand etwas dafür. Wir suchen immer einen Schuldigen. Immer einen, den man beschimpfen kann, auf den man sauer sein kann oder von dem man enttäuscht sein kann. Aber es gibt nun mal nicht immer einen Schuldigen. Es gibt Dinge, wo niemand die Schuld trägt. Sie passieren einfach, man ist machtlos. Jeder ist machtlos. So spielt das Leben. Wir müssen aufhören, einen Schuldigen zu suchen und alle für Sachen verantwortlich zu machen, für die sie nichts können. Allerdings können wir auch für viele Dinge etwas. Man sollte genauer nachdenken, bevor man etwas tut. Jeder macht Fehler, und das auch nicht ohne Grund. Man kann und sollte nicht alle vermeiden, man lernt etwas aus ihnen. Aber bevor man sich alles kaputt macht und unglücklich wird, sollte man auf jeden Fall auf sein Herz hören, denn es kennt die richtige Entscheidung. Natürlich müssen wir auch mal etwas unüberlegtes im Leben tun. Einfach ein Mal im Leben unvernünftig sein, aus dem Moment heraus entscheiden. Aber das sollten dann Sachen sein, wie zum Beispiel spontane Ausflüge mit Freunden. Nichts, was weh tun könnte. Letztendlich leben wir auch nicht für die schlechten Dinge im Leben, das ist klar, aber sie gehören nun mal dazu, da kann niemand etwas für. Es ist so. Wir leben auch nicht für Facebook-Likes, Reichtum oder Doktortitel. Wir leben für das, für das wir leben wollen. Für das was uns wichtig ist, und was wir lieben. Für die Menschen, Tiere, Dinge oder Hobbies, ohne die wir uns das Leben nicht mehr vorstellen können. Alle sagen immer, „Du musst für das und das leben, und das und das ist wirklich wichtig im Leben. So musst du sein!“ Aber das muss jeder Mensch für sich selbst entscheiden. Es gibt kein Patentrezept für alle Menschen der Welt. Man kann es nicht verallgemeinern. Jeder von uns muss selbst entscheiden, was für ihn die lebenswerten Dinge sind. Und man ist so, wie man ist. Man kann an sich arbeiten, hauptsächlich äußerlich, aber innerlich bleibt man immer der gleiche Mensch. Auch wenn man sich verstellt oder „ändert“ , im Grunde seines Herzen ist man immer und wirklich immer der gleiche Mensch. Und das ist auch gut so, denn es ist nicht umsonst jeder Mensch anders und individuell in sich. Wir müssen uns Gedanken um die Sachen machen, die uns wichtig sind. Nicht über Dinge, die uns egal sind. Nicht so viel nachdenken, das würde der Menschheit sicher gut tun. Ich denke auch viel zu viel nach. Es ist schwer sich nur auf die Sachen zu konzentrieren, die einem persönlich wichtig sind. Aber vielleicht schaffen wir das irgendwann. Mit diesem Text will ich euch nicht vorschreiben, wie ihr sein sollt. Das möchte ich niemals. Ich möchte euch nur an meinen Gedanken teilhaben lassen. Ich möchte, dass ihr hier drüber nachdenkt. Wer weiß, vielleicht hilft es euch. Vielleicht wird ab morgen etwas anders. Vielleicht sollten wir weniger überlegen, wie wir sein sollen und mehr so sein, wie wir sind.

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